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„this is it“

Sprachkunst von Sveta Antonova, Angelika Janz und Cia Rinne

.Ausstellung im Kunsttempel ab 29. Oktober 2020.
Bis zum 30.11.2020 bleibt der Kunsttempel aufgrund der aktuellen Pandemiebestimmungen geschlossen. Danach soll die Ausstellung bis zum 23.12. verlängert werden und – falls möglich – nach Voranmeldung (s.u.) zu besuchen sein.

Eröffnungstage

Do., 29. Oktober / 16 bis 2o Uhr /

Führungen nach Voranmeldung zu jeder halben Stunde / Die Künstlerinnen sind anwesend.

 

Fr., 30. Oktober / Lesungen nach Voranmeldung

Angelika Janz / 18 Uhr

Cia Rinne / 19 Uhr / per Live-Stream

 

Voranmeldung per Mail: info@kunsttempel.net oder per Telefon: 0561 24304.

Wir folgen weiterhin den Infektionsschutzverordnungen des Landes Hessen und der Stadt Kassel.

 

Zur Ausstellung

Die Ausstellung der drei Künstlerinnen vermittelt mit ihren unterschiedlichen Ansätzen die Vielfalt internationaler Sprachkunst. Dabei sind die Sprache selbst und die Bedingungen und Möglichkeiten ihres Gebrauchs Medium und Gegenstand künstlerischer Gestaltung. Sprachkunst ereignet sich quer zu den angestammten Kunstgattungen. Entsprechend haben die drei Künstlerinnen einen Hintergrund in Literatur und bildender Kunst.

Beispielsweise setzt die aus Russland stammende Künstlerin Sveta Antonova, Jahrgang 1990, in ihrer Installation „GT Cam“ bei digitaler Spracherkennung und -übersetzung an: In einer Serie zahlreicher Videos erkennen und transformieren Algorithmen Textfragmente. Anders ist das Projekt „l’usage du mot“ der 1973 in Göteborg, Schweden, geborenen Cia Rinne ein großes Textgeflecht, von dem in der Ausstellung eine Serie visueller Gedichte und ein Performance-Video gezeigt werden: Konstellationen, Ideogramme, Reime, Listen changieren hier ständig zwischen verschiedenen europäischen Sprachen. Angelika Janz schließlich, geboren 1952 in Düsseldorf, leuchtet in ihren visuellen Gedichten die Möglichkeiten des Fragments aus. Diese Fragmente sind nicht einfach bestimmten Quellen entnommen, vielmehr entstehen sie als solche erst durch diverse Verfahren im Übergang zwischen Wort- und Bildsprache.

 

Zu den Lesungen

Die Lesungen finden in einem kleinen, exklusiven und geschützen Rahmen statt und werden jeweils einmal wiederholt. Dazu wird – wie auch zu den Führungen am Eröffnungstag – um eine Anmeldung über die oben angegebenen Wege gebeten.

Jochen Krajewski liest aus dem „Thesaurus des Fragments“ von Angelika Janz, an dem sie seit vielen Jahren arbeitet.

Cia Rinne liest mehrsprachige konkrete und minimalistische Poesie aus ihren Zyklen „notes for soloists“ und „l’usage du mot“.

 

Sveta Antonova

wurde 1990 in Novosibirsk, Russland, geboren und lebt im englischen Bath. Sie studierte freie Kunst in Bath, Dublin und Kassel. Ihre künstlerische Forschung konzentriert sich insbesondere auf alltäglichen Sprachgebrauch aus ästhetischer, linguistischer und medientheoretischer Perspektive. Zum Beispiel: Ihre Serie „wire pieces“, aus der Objekte in der Ausstellung zu sehen sind, verarbeitet Sätze zu feinen, handgefertigten Drahtgeflechten. Die Installation „I know“ inszeniert auf sieben schwarzen Quadraten und mit zwei Audioarbeiten Aspekte wie Spracherwerb, Mensch-Maschine-Dialoge und Sprachleere.

Angelika Janz

wurde 1952 in Düsseldorf geboren, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Essen und Bochum und lebt seit 1991 in Ferdinandshof, Mecklenburg-Vorpommern. Neben ihrer Arbeit als freie Schriftstellerin und bildende Künstlerin arbeitete sie lange Zeit als Museumspädagogin am Folkwang-Museum Essen und ist seit 1995 mit Soziokultur-Projekten im ländlichen Raum beschäftigt. Zu ihrem künstlerischen Spektrum gehören Lyrik, Prosa, Hörspiele, Essays, Zeichnung, Malerei und Performance. Die Arbeit an Bild-Text-Fragmenten, von denen in der Ausstellung Beispiele in unterschiedlichen Verfahren zu sehen sein werden, versteht sich als Ausdruck einer künstlerischen Lebensform: Fragment als Haltung.

Cia Rinne

wurde 1973 als Kind finnlandschwedischer Eltern in Göteborg geboren und ist in Deutschland aufgewachsen, sie lebt in Berlin. In Frankfurt, Athen und Helsinki studierte sie Philosophie, Geschichte und Sprachen. Ihre minimalistischen Texte im Umfeld visueller, auditiver und konzeptueller Poesie sind in verschiedenen Sprachen verfasst. Sie dienen ihr als Partitur für Lesungen und Performances und werden in Galerien und Museen gezeigt. Das Projekt „l’usage du mot“, aus dem Text-Bild-Blätter und ein Performancevideo in der Ausstellung zu sehen sind, führte 2017 auch zu einer Publikation im Lyrik-Verlag Kookbooks.