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Galerie Coucou und Kunsttempel präsentieren:

… Die Sehnsucht stirbt zuletzt …
Urs Lüthi

Eröffnung
04.09.2026 / 18:00 Uhr im Kunsttempel
Grußwort: Oberbürgermeister Dr. Sven Schoeller
Einführung: Milen Krastev
Beide Standorte sind ab 18 Uhr geöffnet.

Öffnungszeiten
04.09 — 25.10.26
Mittwoch — Freitag & Sonntag
16 — 19 Uhr

Kasseler Museumsnacht
05.09.2026 / 17— 1 Uhr

Lea Singer liest im Kunsttempel
„Eine Frage des Formats“
01.10.26 / 19 Uhr
(Anmeldung unter www.ev-forum.de)

Galerie Coucou | Elfbuchenstr. 20 | Kassel | +49 (0) 170 969 98 97 | coucou-coucou.com
Kunsttempel | Friedrich-Ebert-Straße 177 | Kassel | kunsttempel.net

Das Leben ist wahrscheinlich das Merkwürdigste, was einem Menschen passieren kann. Als Ganzes betrachtet ist eine Lebensspanne schön und beängstigend zugleich – einerseits klar und selbstverständlich, andererseits komplex und unvorhersehbar. Wenn man darüber nachdenkt, ist es eigentlich ein Wunder, sich darin zurechtzufinden. Ganz anders die Kunst von Urs Lüthi. Er komponiert und dirigiert seine Werke, Werkgruppen, Serien und Zyklen wie eine Symphonie, flicht zentrale Themen der Kunst mal zusammen, mal auseinander – so vielschichtig wie das Leben selbst und doch von einer Klarheit und Präzision, die einschüchtern kann. Bei aller künstlerischen Exzellenz ist sein Schaffen ebenso von zärtlicher Erhabenheit durchdrungen wie von Ambivalenz. Seine Aufmerksamkeit gilt oft den Zweifeln, dem Scheitern und den vielen Facetten der Unzulänglichkeit. Auch Krankheit und Tod sind ihm vertraute Motive – er begegnet ihnen meist mit Humor.

Urs Lüthi blickt auf über sechs Jahrzehnte künstlerischer Arbeit zurück. Was seine Werke über diese Zeit hinweg verbindet, sind die großen Fragen, die Menschen ein Leben lang begleiten – Identität, Emotion, Körperlichkeit und vor allem Sehnsucht. „… Die Sehnsucht stirbt zuletzt …“ – ein bedeutungsschwerer Satz mit der Leichtigkeit eines Atemzugs. Eine gewagte These, die voraussetzt, dass Sehnsucht sterblich ist. Aber spielt das noch eine Rolle, wenn alles andere längst gegangen ist? Doch wenn etwas bleibt, dann lieber die unstillbare Sehnsucht des Lebens. Sie hält es mit der Kunst und überlebt uns alle.

Mit dieser Ausstellung möchten wir einen Künstler würdigen, der nicht nur in renommierten Häusern und internationalen Sammlungen vertreten ist, sondern auch lange Zeit in Kassel gelehrt und gearbeitet hat und der Stadt bis heute eng verbunden ist. Er zählt zu den bedeutendsten, aber auch beliebtesten Künstlern, die in Kassel gewirkt haben. Die Ausstellung findet gleichzeitig im Kunsttempel und in der Galerie Coucou statt und zeigt mit Fotografien, Videos, Installationen, Malerei und Skulpturen von den 1970er-Jahren bis heute ausgewählte Werke aus seinem umfangreichen Œuvre – ein persönlicher Blick auf sein künstlerisches Denken und Schaffen.

Urs Lüthi (*1947 in Kriens, Schweiz) unterrichtete zwanzig Jahre an der Kunsthochschule Kassel. 1977 nahm er an der documenta 6 teil, 2001 vertrat er die Schweiz auf der 49. Biennale von Venedig. 2009 wurde ihm der Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel verliehen. 2027 richtet ihm das Kunstmuseum Luzern eine Retrospektive aus.

Seine Werke waren in zahlreichen renommierten Institutionen zu sehen, darunter die Fondation Vincent van Gogh Arles (2026), das Musée des Beaux-Arts Le Locle (2025), das Kunsthaus Zürich (2024), die Galerie Urs Meile Luzern (2023), das Centre culturel suisse Paris (2018), Brandts Odense (2012), der Kasseler Kunstverein (2009), das Lenbachhaus München (2000), der Bonner Kunstverein (1993), das Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen (1983), das Kunstmuseum Bern (1981), das Museum Folkwang Essen (1978), die Kunsthalle Basel (1976), das Museum of Contemporary Art Chicago (1975) und das Museu de Arte Moderna de São Paulo (1974). Mit der Galerie Coucou in Kassel verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit – Einzelausstellungen 2014 und 2017 sowie zahlreiche Gruppenausstellungen.

Seine Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter im Centre Pompidou Paris, im MoMA New York, im SFMOMA San Francisco, im Museo del Novecento Mailand, im MAMCO Genf, im Kunstmuseum Luzern, im Kunstmuseum Bern, im Kunsthaus Zürich, im Aargauer Kunsthaus, in der Sammlung Falckenberg Hamburg und in der Städtischen Kunstsammlung Kassel.
(Text und Kuration: Milen Krastev)

Mit freundlicher Unterstützung von: Kulturamt der Stadt Kassel